Betroffenengemeinschaft Waldekiez: Mieterverdrängung in Kreuzberg



Das Sanierungsgebiet ´Kottbusser Tor´, zu dem der Waldekiez gehörte, wurde im Juni 2002 (Bankenskandal, Haushaltssperre) aufgehoben. Als direkte Folge wurde 2004 dann bekannt, dass die landeseigene ´Berliner Wohn- und Geschäftshaus GmbH - BEWOGE´, im Waldekiez 23 Mietshäuser mit 300 Wohnungen und 20 Gewerbeeinheiten zu verkaufen beabsichtigte.

Daraufhin schlossen sich die BewohnerInnen in der Betroffenengemeinschaft Waldekiez zusammen, um den Ausverkauf und die Privatisierung ihrer Häuser und damit die Verdrängung finanzschwacher und unangepasster Menschen und Projekte zu verhindern und entwickelten gemeinsam ein Stiftungsmodell.

Dieses innovative und sozialverträgliche Stiftungsmodell, das die BewohnerInnen gemeinsam entwickelten, wurde in einer umfangreichen Projektmappe der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (SenStadt) vorgelegt. 2006 entschied SenStadt unter Heranziehung von fadenscheinigen Argumenten gegen die Interessen der BewohnerInnen ihre Häuser an eine seit 2000 bestehende Wohnungbaugenossenschaft „Ostseeplatz“ zu verkaufen. Die Privatisierung der Häuser hat erhebliche Folgen für den Waldekiez:

  • Schneller Anstieg der Mieten auf ein höheres Niveau
  • Neuvermietungen nur an vollzahlende Genossenschaftsmitglieder
  • Verdrängung einkommensschwacher Haushalte durch Verlust von preiswertem Wohnraum
  • Verschuldungsrisiko durch private Eigentumsbildung
  • Zwangsumzüge durch Mietensteigerung 

Da eine Wohnbaugenossenschaft wie allseits bekannt profitorientiert arbeiten muss, befindet sich die Wohnbaugenossenschaft nach dem Ihnen der Zuschlag von Seiten des Senats gegeben wurde natürlich in Verhandlungen. Aus den 23 Objekten wurden nur noch 16, weil sich einige Häuser natürlich finanziell nicht lohnen. Derzeit wird sich wohl über Sanierungshilfen und Fördergelder gestritten. Immer weiter mit der Verlagerung von öffentlichen Geldern in die Taschen von Privaten und raus mit den Mietern.