WETTBEWERB STATT GESUNDHEIT
In Berlin sind 180.000 Menschen in der Gesundheitsbranche - einschließlich Zulieferbetrieben - beschäftigt. Das entspricht einem Achtel der Berliner Arbeitsplätze. 1999 wurden bundesweit 260 Milliarden Euro im Gesundheitswesen umgesetzt, in Berlin 17,4 Milliarden Euro. Davon setzten die 69 Berliner Krankenhäuser immerhin 2,9 Milliarden Euro um. Gesundheit - ein Mordsgeschäft.
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Privatisierung im Gesundheitswesen: Ungesund leben
Folgen, Informationen und Erkenntnisse über die Privatisierung werden im offenen Wiki "ungesund leben" zusammengetragen. Neben Privatisierungen und Informationen über private und öffentliche Betreiber, liegt der Schwerpunkt auch in den Auswirkungen für die Beschäftigten und für die PatientInnen.
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Personaleinsparungen: Öffentliche Gesundheitsvorsorge unzureichend!
Der Hauptpersonalrat des Landes Berlins beklagt in seiner Presseerklärung vom 29. Mai 2007 die unzureichende Personalbesetzung des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Berlin. Die Neuorganisation in den Berliner Bezirken und der Einsparwahn der Senatsverwaltung für Finanzen geht zu Lasten der Berlinerinnen und Berliner. Zwischen den 1.796 Sollstellen der Gesundheitsverwaltung und dem Zielwert von 1.150 der Finanzverwaltung liegen Welten. "Die Frage der Finanzierung darf nicht dazu führen, dass diese Reform unseren Kindern und Jugendlichen später teuer zu stehen kommt!" so der Vorsitzende Uwe Januszewski.
Pressemitteilung als pdf.
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Arbeitskreis Gesund + Munter: Basisorganisierung im profitorientierten Krankenhausbetrieb
Gesund + Munter ist eine Gruppe von Angestellten und Auszubildenden der, mittlerweile in den beiden profitorientierten Unternehmen Vivantes und Charité zusammengefassten, Berliner Kliniken. Sie verorten sich selber außerhalb der Betriebsratstrukturen. Aufklärungsarbeit und Aktionen sollen die Belegschaften dazu ermutigen, selber zu agieren, statt auf die institutionalisierten Vertretungen zu hoffen. Gesund + Munter stellt damit einen der seltenen Versuche von Basisorganisierung im Krankenhausbereich dar.
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Diagnose Profitgier: Charité und Vivantes - Sanierung auf dem Rücken von PatientInnen und Beschäftigten
Die Berliner Krankenhäuser unterliegen seit Jahren einem beispiellosen Bettenabbau. Bis 2008 sollen weitere 800 Betten wegfallen. Krankenkassen und Senat möchten noch weiter gehen. Die Bevölkerung wird durch diese Therapie nicht gesünder. Liegezeiten werden immer kürzer, nicht nur medizinisch begründet. Die Zahl der Behandlungsfälle steigt, nicht selten durch Drehtüreffekte. Ergebnis: die Arbeitsdichte für Ärzte und Pflegepersonal steigt unaufhörlich. Gestresstes Personal macht mehr Fehler, muss die Qualität der Arbeit reduzieren und wird schließlich selbst krank. Und das bei Arbeitszeiterhöhungen und immer weiteren Gehaltseinbußen. Die Geschäftsleitungen von Charité, Vivantes und anderen stört das nicht. Sie peilen mehr Gewinne an. Im Wettbewerb um begehrte Spitzenpositionen wollen sie glänzen und absahnen. Jüngst legte der Senat fest, dass Vivantes 2009 18,7 Millionen Euro Gewinn zu machen habe (2005 6,1 Millionen). Auf dem Weg dahin riskiert man offensichtlich noch manche Leiche im Keller. Die Pflegedirektion erklärte auf Nachfrage 2005, dass es nicht mehr um gute Pflege gehe, sondern nur um ausreichende Pflege.
Zu den Geschehnissen rund um die Sanierung von Vivantes und die skandalöse Rolle der Beraterfirma McKinnsey erschien am 7. September 2006 auch der MONITOR Nr. 552.
Gesunde Geschäfte mit dem Alter: Friedrichshain-Kreuzberg privatisiert Seniorenwohneinrichtungen
Lange hatte das Friedrichshain-Kreuzberger Bezirksamt die Sache für sich behalten. Noch kurz vor der Wahl des Stadtrates für Soziales, Mildner-Spindler (Linke.PDS), wurde beschlossen, das Seniorenwohnhaus Mehringplatz 5 vertragsgemäß von der Gewobag zu übernehmen. Leider ist die Transaktion mit erheblichen Lasten für die öffentliche Hand verbunden. Ungetilgte Darlehen und Entschädigung für „Eigenmittel“ bieten nun der Senatsfinanzverwaltung (SenFin) einen willkommenen Vorwand, eine Kostenübernahme mit der Bedingung zu verknüpfen, das Objekt über die Immobilienverwertungsgesellschaft des Landes Berlin, den Liegenschaftsfonds, verkaufen zu lassen. Zu dem Zeitpunkt war bereits klar, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist.
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Außen hui, innen pfui - Chaos an privaten Krankenhäusern
Öffentliche Krankenhäuser sind überschuldet, ineffizient, einfach schlecht. Vor ein paar Jahren war das noch Konsens bei vielen Lokalpolitikern. Privatisierung hieß das Zauberwort. Große Ketten wie Asklepios, Helios und Rhön-Klinikum haben inzwischen einen beachtlichen Marktanteil in Deutschland erobert.
Doch langsam zeigt die Erfolgsstory Risse - nicht bei allen, aber doch bei einigen der privatisierten Krankenhäuser. Die Hamburger Verbraucherzentrale etwa verzeichnet seit der Privatisierung der kommunalen Kliniken einen Anstieg der Patientenbeschwerden. Und auch die Beschäftigten sind offenbar unzufrieden: Fast 2.000 Mitarbeiter wollen die privaten Asklepios-Kliniken verlassen und zurück in städtische Dienste: Die Arbeitsbedingungen seien unerträglich.
Für die Stadt Hamburg ein Desaster: Denn aufgrund einer Rückkehrklausel muss sie den ehemaligen Mitarbeitern nun wieder Gehalt zahlen - obwohl sie fast keine eigenen Krankenhausarbeitsplätze mehr hat.




