Öffentliche Aufgaben gehören in die öffentliche Hand - Bildung ist keine Ware
Konferenz in Zusammenarbeit mit der GEW (Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft) zur Privatisierung der Bildung:
Zeit: Samstag, 16. Februar, 13 bis 18 Uhr
Ort: Oberstufenzentrum (OSZ) Verkehr, Wohnungswirtschaft, Steuern - Dudenstr. 35-37 (U-Bahnhof: Platz der Luftbrücke)
Block 1: Hintergründe der Privatisierung
Zur Begrüßung wird die stellvertredende Vorsitzende des DGB-Berlin-Brandenburg, Doro Zinke, einen „europäischen Blick“ auf die Thematik werfen.
Eingeladen ist zudem der Wissenschaftler Alex Demirovic von der Technischen Universität Berlin, der theoretische Hintergründe zu der sich verändernden Funktion des Staates, den Privatisierungstendenzen in den öffentlichen Diensten und der Rolle der Bertelsmann-Stiftung referieren wird.
Vom konkreten Privatisierungsgeschehen in Berlin berichtet die Anti-Privatisierungs Aktivistin Gerlinde Schermer.
Block 2: Schule im Visier
Der Bundesvorsitzende der GEW, Ulrich Thöne, gibt einen Überblick über aktuelle Entwicklungen im Bildungswesen.
"Bildung in Berlin" - Knut Langenbach (Hauptpersonalrat ver.di) zeigt die Entwicklungen hin zur "Eigenverantwortlichen Schule" und zum privatisierten Bildungsbetrieb.
Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Berliner Schulen kommen dann zu Wort, um aus dem krisenhaften Alltag an ihren Schulen zu berichten.
Block 3: Debatte - Gegenstand und Perspektiven
In einer abschließenden Diskussionsrunde werden Perspektiven zur Diskussion stehen, wie der fahrende Privatisierungszug gestoppt werden kann.
Für ein öffentliches Schulsystem mit demokratischen Schulen. Eine Podikumsdiskussion mit Ulrich Thöne, Nele Hirsch (MdB, die Linke.), Gerlinde Schermer und Hermann Werle (Berliner Bündnis gegen Privatisierung).
Für Stärkungsmöglichkeiten wird während der Pause gesorgt sein! Eintritt ist natürlich frei. Wir gehen mit gutem Beispiel voran.
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Aktuelle Debatten, Artikel und Hintergrundmaterial zur Privatisierung der Bildung
Mit dem Hinweis auf leere Haushaltskassen hat der öffentliche Dienst in Berlin nunmehr über zehn „Reform und Kürzungsjahre“ hinter sich. Seit 2001 wurden über 31.000 Stellen abgebaut und bis 2011 sollen jährlich 2.750 weitere folgen. Auch an den Berliner Schulen ist diese Entwicklung nicht spurlos vorbei gegangen. Vielerorts herrscht der Bildungsnotstand, verursacht durch jahrelangen Sanierungsstau, Finanzmittelknappheit aber vor allem durch den akuten Personalmangel.
Mit dem Berliner Schulgesetz von 2004 wurde die Verantwortung dieser Misere auf die Schulen übertragen. Das Leitbild, unter dem dieser Verantwortungstransfer stattfindet, nennt sich „eigenverantwortliche“ oder auch die „selbständige Schule", wie sie im Schulgesetz festgeschrieben wurde.
(Die scheinselbständige Schule - Hermann Werle MieterEcho 326)
Als Heilsbringer der Finanzmittelknappheit treten vorbereitend Institute wie die Bertelsmann Stiftung auf den Plan mit den entsprechenden Steuerungs- und Controllinginstrumenten für ein "moderneres", weil effizienter und effektiver, Schulsystem in "privater Hand".
(Privatisierungstendenzen im Bildungssektor - Hartmut Schurig blz 01/08)
Eine immer wieder präsentierte Lösung sind PPP-Projekte (Public Private Partnership), also verschiedene Formen privater Kapitalbeteiligungen an der Planung, Finanzierung und dem Betrieb von Bildungseinrichtungen. Der Vorstoß in den Bezirken Reinickendorf, Spandau und Treptow-Köpenick zur Etablierung des privaten Bildungskonzerns "Schule" ist vorerst am Widerstand gescheitert.
(Schulen bleiben in öffentlicher Hand - Hermann Werle MieterEcho 325)

